Thor – der mächtige Rächer

Für viele ist es schwer den aktuellen Geschehnissen im Comic-Universum zu folgen. Seien wir uns mal ehrlich: Es ist
wirklich sehr schwierig jeder Linie zu folgen, wenn die Nummerierung nicht eindeutig ist. Oft ist dies der Fall und diese Umstände erschweren es Comic- Einsteigern erheblich in die Comic Welt einzutauchen. Aber es gibt auch Bände für Einsteiger und „Thor – der mächtige Rächer“ gehört zu diesen Bänden, die ich euch uneingeschränkt empfehlen kann, da es sich beim folgenden Tradepaperback, um einen Einzelband handelt.

Thor war nicht immer ein Teil der Avengers. Denn bevor er Mitglied der Heldentruppe wurde, wurde der Gott aus Asgard auf die Erde verbannt. Da Thor aus einer anderen Welt stammt, kommt er anfangs auf der Erde nicht zurecht. Was er jedoch beibehält, sind seine guten Manieren und sein unhaltbarer Beschützerinstinkt. So wird auch die Museumsmitarbeiterin Jane Foster auf ihn aufmerksam. Die Kräfte eines Donnergotts hat er ohne Mjöllnir leider nicht und so tritt er im Namen der Ehre für eine Frau hervor. Allerdings wird er regelrecht vermöbelt, und zwar ohne den Hauch einer Chance. Imponiert von Thors Art nimmt Jane Foster diesen bei sich auf und so kommt es wie es kommen muss: Jane verliebt sich in ihn.

Das erste was einem auffällt, ist die klassische Gestaltung. Der Comic wirkt zwar nicht altbacken, versucht aber den Charme der älteren Generation einzufangen. Dabei wird der Charme neu adaptiert und mit moderneren Zeichnungen kombiniert. Die altmodischen Farben finden hier keinen Platz, aber auch wer detaillierte Zeichnungen sucht, wird hier nicht fündig. Vielmehr bedient man sich der neueren, weniger grellen Farbpalette, um diese mit sympathischen, klassischen Gesichtszügen zu vermischen. Das Ergebnis ist erstaunlich, da die Zeichnungen weder zu modern, noch zu altbacken wirken.

Es hätte die beste Thor-Serie werden sollen, jedoch war nach acht Ausgaben Schluss, die allesamt in diesem Tradepaperback versammelt sind. Unter dem Titel „der mächtige Rächer“ erlebt er nur kleine, kaum nennenswerte Abenteuer, die kaum seinem Titel gerecht werden. Hier war das US-Publikum, die freilich zuerst in den Genuss der Kapitel gekommen ist, vielleicht etwas vorschnell. Denn um sich überhaupt erst etablieren zu können, bedarf es an Zeit. Diese wurde ihm nicht gegeben. Daher finde ich es sehr schade, dass Thor unter dieser Reihe nicht größere, spannendere Episoden erleben durfte und ein frühes Ende fand.

Fazit: Die Serie erzählt die Anfänge eines jungen Thors, der selbst noch ein halber Grünschnabel ist. Hierfür hat man sich für weniger spektakuläre Methoden entschieden, um die Geschichte des Donnergotts zu erzählen. Die Vermischung von verschiedenen Elementen ist gut und man fühlt sich in die frühere Zeit zurückversetzt, ohne grafische Abstriche machen zu müssen. Die Abwechslung, dass nicht nur übermächtige Gegner existieren, kann ich nur herzlich begrüßen. Nach dem x-ten Gegner, der wie immer unbesiegbar erscheint, müssen schließlich auch die kleinen Heldentaten erzählt werden!
Thor – der mächtige Rächer, Roger Langridge, Chris Samnee, ISBN-13: 978-3862014637
Weitere Informationen gibt es beim Panini Verlag
Eine Leseprobe gibt es bei mycomics

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